Kreishandwerkerschaft Rhein-Erft lehnt 1.000-Euro-Prämie ab Belastungen für die Betriebe sind bereits jetzt zu hoch

19.04.2026
Pressemitteilung
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Rhein-Erft-Kreis, 19. April 2026 – Die Kreishandwerkerschaft Rhein-Erft lehnt die von der Bundesregierung geplante 1.000-Euro-Prämie entschieden ab. Nach Ansicht des Handwerks ist es nicht vermittelbar, dass die Betriebe in einer wirtschaftlich angespannten Lage erneut finanziell belastet werden sollen. 

Die Betriebe im Rhein-Erft-Kreis stehen bereits seit geraumer Zeit unter enormem Druck. Steigende Energiepreise, hohe Bürokratiekosten, Fachkräftemangel und eine fortdauernde wirtschaftliche Unsicherheit belasten die Unternehmen erheblich. Zusätzliche finanzielle Herausforderungen seien für viele Betriebe schlicht nicht darstellbar. 

„Unsere Betriebe leisten tagtäglich Enormes, um Ausbildung, Beschäftigung und Versorgung in der Region zu sichern“, sagt Martina Engels-Bremer, Kreishandwerksmeisterin der Kreishandwerkerschaft Rhein-Erft. „Wer die Betriebe weiter mit neuen Lasten versieht, obwohl sie schon heute am Limit arbeiten, gefährdet nicht nur Investitionen und Arbeitsplätze, sondern auch die Zukunft des Handwerks insgesamt. Das Handwerk ist nicht weiter bereit, die verfehlte Struktur- und Industriepolitik sowie Energiepolitik auszugleichen vielmehr sollte die Politik nun endlich die Mineralölkonzerne an die Leine legen. Das Bundeskartellamt unter Andreas Mundt sollte endlich mal mutiger gegenüber der Industrie auftreten.“

Auch Hauptgeschäftsführer Peter Ropertz kritisiert die Pläne deutlich: „Die Belastungen sind längst zu hoch. Energiepreise, Bürokratie und steigende Abgaben setzen unseren Betrieben massiv zu. Jetzt noch eine weitere Prämie zu erwarten, ist das falsche Signal zur falschen Zeit. Das Handwerk braucht Entlastung statt neuer Erwartungen.“ 

Die Kreishandwerkerschaft Rhein-Erft verweist darauf, dass Löhne und Arbeitsbedingungen in der Sozialpartnerschaft zwischen Arbeitgebern und Gewerkschaften ausgehandelt werden. Staatlich vorgegebene oder politisch indirekt erzwungene Zahlungen seien kein Ersatz für eine verlässliche Tarifpolitik und schon gar keine Lösung für die wirtschaftlichen Probleme des Mittelstands. 

„Das Handwerk ist bereit, Verantwortung zu übernehmen“, so Engels-Bremer weiter. „Aber Verantwortung braucht auch Verlässlichkeit. Wer das Handwerk stärken will, muss es entlasten und nicht zusätzlich belasten.“ 

Die Kreishandwerkerschaft Rhein-Erft fordert deshalb von der Politik ein klares Umdenken: weniger Regulierung, spürbare Entlastungen bei Energie und Bürokratie sowie bessere wirtschaftliche Rahmenbedingungen für die Betriebe im Handwerk.